Alex Zwalens Tagebuch

Während mehreren Wochen war Alex Zwalen zu Gast im GZ Loogarten. Seine Eindrücke hielt er in einem Tagebuch fest.

Mittwoch, 2. juli

Vernissage. Danke alis für die unterstützung, für die flyers, die pressetexte, für das hängen und en wunderbaren apero. Fast alle mitarbeiter des gz sind dort für sie ist es ja auch eine stressige zeit , denn das gz schliesst am Freitag wegen dem umbau für zwei monat und es gibt noch unzähliges das noch über den tisch muss bis am montagmorgen. Die vernissge verläuft sehr gut auch wenn wir mit etwas mehr besucherinnen gerechnet haben. Dafür hatten wir mit denen die gekommen sind auch etwas zeit zum sprechen, und das kann auch sehr viel  wert sein. Einige mütter kommen mit ihren kindern und haben freude die bilder abzuholen mache bleiben noch kurz andere müssen gleich weiter. Auch die vernissage zeigt es: das gz ist ein extrem lebendiger ort an dem sich jung und alt, menscher der verschiedenster interessensgruppen und erfahrensbereichen  treffen.

es hat mich sehr gefreut dort sein zu können, viel neues zu sehen, mich inspirieren und neue bilder entstehen zu lassen, auf dem holz und in kopf und herz. –

herzlichen dank an alle mitarbeitenden und sonst am projekt beteiligten.

Dienstag 1.juli

Es regnet in strömen. Ich male am bild von tanja auf dem sofa weiter. Der boden ist zu hell es scheint dort eine lichtquelle zu geben die es nicht gibt. Auch die farbe des bodens und der beine gefällt mir noch nicht, zumindest das verhältnis der beiden farben zueinander. Beides verträgt noch ganz ein wenig grün. Das licht an der wand helle ich noch etwas auf, den teil der wand der im schatten ist und etwa einen viertel des bildes einnimt, übermale ich auch noch einmal neuetwas regelmässiger und ruhiger. Es gibt dort zwar einige detailes und detailles machen zwar das leben aus, doch in diesem fall bevorzuge die „leere „ oder die ruhe.  Etwas mehr leder ins material des sofas bringen und noch etwas stärkere glanzstellen auf dem leder.  In der haut noch ganz ein bisschen gelb , kaltes gelb. Vielleicht etwas ultramarin am hals- nein nur violett. Etwas mehr licht in die lampe, den schu noch schwärzer und bessergeformt, den unterschied zwischen tisch und boden kontrastreicher an den einen und etwas flacher an den andern stellen. An einem bild male ich  praktisch immer überall, das konzept heisst : immer reagieren auf das was mir auffällt, manchmal ist das etwas klar logisches wie ; das licht ist zu hell oder die beine zu lang, oft ist es aber auch ein unbestimmtes gefühl, dass etwas stört oder dass noch mehr drin liegt an spannung oder intensität oder eben auch ruhe etc. es ist dann eher ein ausprobieren und manchmal etwas zufälliges das mich weiterbringt, und ob das neue besser ist oder schlechter ist gefühlmässiges abwägen. Ich male bis etwa sechs und dann mache die dachlatten bereit für die ausstellung vom Mittwoch. Neben her schaue ich den fussballmatch schweiz argentinien auf dem laptop.

Montag 30. Juni

Eigentlich war ivo eingeplant heute. Aber ich musste noch den zeichenkurs, für den abend vorbereiten und so wurde es wieder mittag bis ich im gz war. Nachdem ich mich noch da und dort auf einen schwatz eingelassen hatte malte ich am bild vom spielplatz weiter. Das wetter war recht auf der kippe und kinder hatte es nicht viele. Es blieb aber trocken bis um halb fünf aufhörte. Ich hatte einige farbtöne in den bäumen und der grossen spielwiese etwas verbessert, etwas mehr ordnung ins chaos gebracht und mich entschieden welchen sonenstand ich für das bild wählen möchte. Bei bildern im freien muss ich mich logisch- und normalerweise für einen sonnenstand entscheiden. Das verhältnis von licht und schatten kann die stimmung, die spannung und somit den bildinhalt recht stark beeinflussen. In fall dieses bildes wähle ich den schatten so quer über den platz, sonnenstan ca. 16 uhr.  Wenn ich das nächste mal malen werde werde ich zwar etwa zwei stunden vorher beginnen aber gewisse stellen in den schatten stellen obwohl sie zur zeit oin der sonne sind.

Freitag 27. Juni

Marcel sitzt heute. Er hat nicht viel zeit und ich fühle mich etwas unter druck wegen gestern mit geraldine . doch heute ist es wieder umgekehrt, ich spüre es beim ersten pinselstrich. Es läuft. Ca marsche pour moi.  Was will ich eigentlich mit meinen porträts? Ich will menschen berühren, ich will menschen einen raum geben den sie sonst nicht besitzen und der sie mit sich selbst in kontakt treten lässt. Ein porträt ist eine begegnung der anderen art! Marcel male ich ganz anders als die porträts der letzten tage, mehr zeichnerischer, mutiger und entschlossener, mit mehr risiko und es zahlt sich aus. Ich in zufrieden und ich hoffe marcel auch.

Donnerstag 26. Juni

Geraldine sitzt mir heute gegenüber und nachdem ich eigentlich recht gut und zuversichtlich begonnen habe entwickelt sich das bild vor mir zu einem immer grösser werdenden problem. Ich habe bis jetzt eigentlich nicht recht eine ahnung wieso mir die einen menschen so leicht gelingen und andere schlecht bis gar nicht. Geraldine jedenfalls gehört zur zweiten gruppe und bringt mich mittelfest zur verzweiflung. Nach drei stunden kampf lasse ich sie springen. Ich kann es nicht mehr ertragen, dass sie sich mühe gibt ruhig zu sitzen und mir nichts gelingen will. Nachdem sie weg ist arbeite ich nach gefühl und gedächtnis weiter und ich kann es mindestens etwas retten. Von meinem sohn habe ich als er etwa sieben war viele porträts gemalt. Eines schlechter als das andere keine schien ihm zu gleichen, erst als ich recht wütend und verzweifelt einen tag aus dem gedächtnis arbeitete gelang mir ein bild, das ich bis jetzt zu meinen lieblingsbildern zähle.

Mittwoch 25.juni

Alis und ich gehen mit farben, pinsel und unterlagen auf den spielplatz. Dort sind bald ein paar kinder um uns herum, die malen möchten. Ich beginne jetzt das ovale bild von spielplatz, das für mich so viel zeigt von dem was das gz für mich ist. Ein ort an dem menschen aller alter und ethnien und mit den verschiedensten interessen und bedürfnissen zusammenkommen, sich ihrer sache widmen und sich austauschen können. Ein kulturell extrem inspierierender ort. Viele kinder kommen an diesem nachmittag vorbei und malen ganz verschiedene bilder. Es könnte noch lange weitergehen.

Montag 23. Juni

Am morgen erledige ich adminsachen zu hause und nachher fahre ich bei paco vorbei um sein fotobuch  „ jonny walker on the beach „  abzuholen, das ich ihm abgekauft habe an seiner vernissage. Im gz setze ich mich an den laptop und beantworte noch zwei mails, die mir auf dem magen liegen. Mein kopf schmerzt etwas und als ich nachdraussen gehe sehe ich warum. schwarze wolken ziehen sich zusammen und der regen setzt bald ein. Dass ich das nicht vorher gemerkt habe. Mein plan für den nachmittag ist zur kaputt, ich wollte auf dem spielplatz malen. Das motiv, das ich letzten Mittwoch  entdeckt und von dem ich eine zeichnung gemacht habe.  Ich schneide also das oval aus dem holz und grundiere noch einmal. Danach lese ich etwas und nachher mache ich mich auf den weg zur migros klubschule, wo ich vier stunden aktzeichnen unterrichten werde.

Dienstag, 24. juni.

Heute steht das porträt von walter an, doch mein kopf schmerzt sofest, dass ich es grad noch schaffe gabriella per mail über mein ausbleiben zu informieren. Ich schmeisse ein medikament der mittleren stärke und am mittag geht es mir etwas besser. Ich treffe tanja auf der s12 und wir kommen zusammen im gz an. Wir schwatzen ein bisschen mit allen. Bald machen wir uns aber bereit um an dem bild von tanja auf dem sofa weiterzuarbeiten.  tanja trägt die gleichen kleider wie vor zwei wochen und die arbeit geht flott voran. Als sie zu frieren beginnt hören wir auf, ich habe drei stunden gemalt, das ist nicht schlecht für einen kopfwehtag.

Samstag, 21. juni

Alis und ich gehen um halb zehn vom gz los. Alis mit dem handwagen des gz und ich mit meinem mobilen atelier. Auf dem lindenplatz suchen und finden wir eine guten ort neben dem brunnen und installieren uns. Ich beginne ein motiv zu malen das alis vorschlägt. Es geht eine weile in der ich allein male und alis sich auf kindersuche begibt. Doch dann treffen mia, das mädchen das am Mittwoch gefragt hat und seine mutter ein. Mia malt begeistert zuerst das gleiche motiv wie ich und später sich selber. Ihr bruder kommt und bald noch viele andere kinder. Auch erwachsene. Die einen schauen nur zu doch andere möchten gerne malen. Alis gibt ihnen farben und pinsel und nach kurzer zeit lebt die malwerkstatt. Alle sind mit recht grossem enthusiasmus bei der sache und malen den marktstand, den brunnen, deinen wagen oder sie malen aus der fantasie einen ferinewunsch. Es ist herrlich zuzuschauen und die eltern reagieren positiv, interessiert und haben viele fragen. Der markt hört um zwölf auf und als die marktverkäufer beginnen zusammenzuräumen und mit den autos in den platz fahren müssen räumen wir auch zusammen. Es war ein wunderbarer sehr kurzweiliger und inspirierender morgen.

Donnerstag, 19 juni

Heute wird es intensiv. Um 10 uhr alis um 13 theresa und um 17 uhr basil. Ich habe das gefühl noch nie zuvor an einem tag von drei verschiedenen menschen ein porträt gemalt zu haben. Ich bin gespannt ob ich das durchstehe. Um 19 uhr 15 einigen basil und ich uns darauf noch eine halbe stunde weiterzumachen, danach hören wir auf, die bilder von alis und teresa sind mir zu meiner zufriedenheit gelungen, ich habe das gefühl es gefällt ihnen auch. Mit basils porträt bin ich noch nicht ganz zufrieden und ich arbeite noch eine weile aus der erinnerung daran weiter. Es gelingt mir wenigstens ein wenig seine weicheren züge etwas zur geltung zu bringen, dann akzeptiere ich das resultat, es ist wie es ist.  Für alle porträts, die ich hier male gilt ja dasselbe, ich male wozu ich in der kurzen zeit von zwei bis drei stunden fähig  bin auf die runde holztafel zu bringen. muss ich akzeptieren und die porträtierte person auch. Porträtieren erachte ich als etwas recht irrationales. neben der genauen beobachtung spielt viel unbewusstes eine rolle.  Ich male ein bild das möglichst meinem eindruck dieser person entspricht. Es ist ein prozess dessen geheimnisse sich mir manchmal mehr und manchmal weniger erschliessen. Ein maler hat mal auf die frage wie lange es dauere bis ein porträt fertig sei geantwortet: eine halbe stunde, man wisse nur nicht genau ob diese halbe stunde nach einer oder erst nach dreissig stunden einsetze und picasso soll auf die frage einer kundin wieso das bild soviel koste, er habe doch nur zwei stunden daran gearbeitet geantwortet  haben: nein ich arbeite schon mein ganzes leben daran. Was ich für meinen teil beobachte ist, dass ich letztendlich immer eine vorstellung male auch wenn ich quasi millimeterweise durch das gesicht wandere.

Mittwoch, 18. juni

Heute steht um 1430 das porträt von gabriella an.   Nach dem mittagessen mache ich mich parat und beginne bald zu malen. Wir sprechen über malerei und fotografie und kunst im allgemeinen. Gabriellas leidenschaft ist die fotografie und vorallem pflanzen, die sie genau beobachtet. Wir sprechen von den verschiedenen arten bzw. verschiedenen medien der natur, der welt zu begegnen. Von gegensätzlichen vorgehensweisen in der malerei. Zum beispiel maler wie cezanne, giacometti oder freud, die meist sehr langsam und über längere zeit an einem bild arbeiten und sich absolut auf die sinnliche wahrnehmung konzentrieren. Auf der anderen seit unseres spektrums platzieren wir asiatische kaligrafisten oder zen maler, die  sich innerlich lange auf ein bild vorbereiten, es dann in wenigen strichen erledigen und das resultat vorbehaltlos akzeptieren. Gabriella erzählt von fotografen die lange für ein bild recherchieren und den richtigen moment abwarten um das bild zu schiessen. Es ist für mich das erste mal, dass ich dieses vorgehen mit zen malern in verbindung bringe und eine verwandschaft sehe. Interessant.

Dienstag, 17. juni  

heute habe ich vor ,an dem bild von tanja auf dem sofa weiterzumalen. Leider hat sie einen artztermin und kann erst später kommen. So kommt es mir sehr entgegen, dass mich katarina mit ihrer 5 jährigen tochter sophie besucht und möchte, dass ich ein porträt von sophie male. Kinderporträts finde ich eeeeextrem schwierig. Zwar geht es auch dabei nur darum das zu malen was ich sehe, aber eben! Kinder wirken sehr schnell zu alt kaum versucht man den kleinsten schatten oder charakterzug im gesicht zu malen.  Ich habe mich entschieden auf papier mit pastellkreide zu beginnen und nachher darüber ganz fein zu malen. Pastellkreide kennen wir vorallem von degas und toulouse lautrec. pastellkreide hat etwas von feiner haut und ich finde sie geeignet für kinder oder jüngere menschen. Sophie ist ein ungewöhnlich ruhig dasitzendes kind. Sie hat etwas ernstes und ihren mund zieht sie nach unten, weil sie so fest konzentriert ist ruhig zu bleiben, es ist sehr rührend, aha katrin hat ihr ein galce versprochen wenn sie ruhig bleibt. Es geht gut voran und sophie schaut mir über den rücken, ich spüre, dass es gut kommt. Als ich fertig bin strahlt sie und ich sehe ihr an, dass es ihr wirklich gefällt. Ich erhalte 50.- stutz aber das lachen der kleinen ist hundert mal so viel wert.  Nachher zeichne ich noch auf dem spielplatz eine breite ansicht. Teresa hat sehr freude daran und ich habe das gefühl es könnte ein gutes motiv für ein bild werden. Mal sehen. Ein mädchen und ein paar buben schauen zu und sie möchten mitmalen. Ich vertröste sie auf den Samstag an dem alis und ich auf dem lindenplatz unsere werkstatt aufbauen werden und verteile ein paar flyer an die anwesenden müttern.

Montag, 16. juni

Ich bin kurz nach mittag im gz und streune ein bisschen herum. Ein paar kinder wollen wissen was ich male , doch sie sind bald wieder weg. Ich gehe im moment auch nicht speziell auf sie ein, denn ich konzentriere mich auf das porträt von chrigi, das ich um 14 uhr beginnen möchte. Ich bin guten mutes und es läuft anfänglich auch sehr gut, obwohl ich lange hin und hergemacht habe wo ich sie platzieren will und mit welchem hintergrund. wie alle andern auch darf sie sich bewegen und liest zeitung während ich male. Wir einigen uns auf eine position, die sie immer wieder einnimmt wenn ich möchte. Leider bin ich auch da etwas unentschieden und ändere zweimal bzw. passe mich ihrer veränderten haltung an. In einem bestimmten moment kommt sie dann auf meine seite und ist glaub etwas enttäuscht, dass ich sie so traurig gemalt habe. Leider lasse ich mich etwas davon beeinflussen und versuche mehr ihre strahlende seite hervorzuholen . doch wie bei diesen komischen mathematischen kurven wird sie zwar fröhlicher aber älter und vorallem entschwindet sie etwas meiner wahrnehmung. Das wichtigste ziel, sie so zu malen wie ich sie sehe habe ich nicht ganz erreicht, ich kann jedoch nicht in worte fassen was es ist.

Freitag 13. juni

Um morgen um 9 habe ich mit katja für das nächste porträt abgemacht, obwohl ich ziemlich kopfschmerzen habe und mich nicht so wohl fühle geht es recht gut voran, auch sie arbeitet während der ganzen sitzung, ich glaube es ist farblich sehr schön geworden.  Dieses porträt male ich gleich wie das von nico am arbeitsplatz der porträtierten. Ich bin zufrieden und ich hoffe katja auch.

Donnerstag 12. juni

Porträt nico von nico um halb zehn am morgen. Ich habe mich entschieden alle bilder auf runde holztafeln zu malen. Bei nico lasse ich mich etwas zu fest auf das gespräch ein aber manchmal ist das letztendlich gar nicht so schlecht. Also entweder das wtter ändert oder es bleibt wie es ist. Mit dem bild bin ich eigentlich recht zufrieden. Das licht kommt vielleicht etwas stark von beiden seiten leicht von hinten, das gibt in der mitte des gesicht mehr schatten und für diesen schatten habe ich viel mit rosa violett tönen gearbeitet, das gibt dem gesicht schnell einen etwas ernsten bis melancholischen ausdruck, doch das passt zum porträtierten menschen und des malers stimmung ist ja im idealfall auch mindestens die hälfte der stimmung. Am nachmittag male ich andi im kafi, dieses bild geht sehr gut vorwärts, obwohl er nicht speziell ruhig sitz kann ich mein inneres bild relativ gut auf die tafel bringen und auch wenn es mir nicht gelingt etwas typisches von ihm zu finden so habe ich doch das gefühl dass mir ein paar striche gelungen sind in dene etwas von seinem charakter drin ist.  Es ist ein schöner gz tag und ich gehe zufrieden nach hause. 

Dienstag 10. Juni

Meine frau begleitet mich heute. Ich habe vor sie auf dem sofa im kafi zu malen, während dem sie dort arbeitet. Sie ist die schriftstellerin tanja kummer und sie arbeitet an einem text für eine rede an einer abschlussfeier in einer fachhochschule. Wir besprechen unsere arbeiten oft miteinender. Oft sieht sie etwas in einem bild das mir nicht augefallen ist und umgekehrt. Zusammen treten wir als das künstlerpaar alexalexandra auf. Porträt sitzen ohne etwas arbeiten zu können macht sie zwar auch für mich, doch es ist ihr lieber wenn sie schreiben kann. Porträtieren fordert dem porträtierten zeit ab. Zeit in der er nichts machen kann, ausser mit mir sprechen oder über irgendetwas nachzudenken. Manchmal ergeben sich wunderbare gespräche während dem malen, doch das kann auch gefährlich sein für mich. Ich muss im malmodus bleiben und so beschränke ich mich eher aufs zuhören. Das geht gut, zuviel schwatzen darf ich nicht sonst verlagert sich meine konzentration vom auge auf den mund und dann wird das malen schwierig.

Es sind wenig leute im gz heute. Es ist sehr heiss und viele sind wahrscheinlich am baden. Ich male bis halb fünf dann muss tanja auf den zug, sie moderiert heute eine lesung für die caritas.  Ich male nachher noch etwas an dem bild weiter und in dieser zeit setzen sich ein paar männer an den langen tisch. Sie schwatzen zuerst miteinander dann holen sie schachteln mit spielen hervor. Sie diskutieren etwas miteinander und einigen sich dann auf ein spiel. Was für ein geschenk! Ich entscheide mich sehr schnell und versorge das bild von tanja. Zum glück habe ich oft ein zweites brett dabei. Ich male meistens auf holz. oft mit dispersionsfarben. Es geht wunderbar vorwärts und zwei stunden später habe ich ein spontanes skizzenhaftes bild mit dem ich eigentlich recht zufrieden bin. Acht uhr . hasta manana

Donnerstag 5. juni 2014

Ich bin um zwölf im atelier etwas später als ich vorhatte. Heute möchte ich ein porträt von alis beginnen. Wir haben das so abgemacht gestern. Ich frage mich oft ob man in diesem zusammenhang überhaupt von modell sprechen kann, denn ein modell ist jemand der fürs sitzen bezahlt wird ohne, dass ein spezielles interesse an dieser person bestehen muss. Mir geht es bei den meisten porträts, die ich male um die person. Wir beginnen um ca 13 uhr, nachdem ich in der werkstatt ein passendes holz gefunden und auf grösse zugeschnitten habe. Ich grundiere es nicht, es gefällt mir in diesem rohen zustand. Die sitzung ist nicht schlecht es harzt manchmal , aber im verhältnis zum schlechten resultat läuft es eigentlich gut. Alis sieht auf dem bild viel zu alt aus. Ich hoffe, dass ich das nächste mal besser bin. Ja bei meinen porträts geht es  um subjektive wahrnehmung . es ist mein ziel, meine subjektive wahrnehmung wiedergeben zu können. es besteht komischerweise ein unterschied zwischen diesem landläfigen: ja ich kenn die person , der maler hat sie gut getroffen und der subjektiven wahrnehmung des momentes.. Allen gedanken zum trotz: das bild ist schlecht und ich hoffe auf besserung. Nachher packe ich noch eine bilderserie mit fussballzuschauern aus, die ich auf schäden kontrolliere, denn sie werden die nächsten wochen in einer fussballbar ausgestellt und ich möchte dass sie frisch aussehen denn ich hoffe sie finden glückliche käufer.

Mittwoch 4. juni

Ich komme um 13 uhr und male etwas an den kleinen bildern weiter, die vorallem von der wandfarbe des treppenhauses leben. Nachher vorbereitung für den nachmittag mit den kindern.es kommen bald einpaar kinder und die mädchen vom vortag erscheinen mit ein paar kolleginnen. Alis und ich versuchen mit den kindern das gz zu erforschen und die sie dazu zu bewegen ausschnitte zu zeichnen von denen sie nachher in der werkstatt bilder malen. Einige setzen unser konzept um andere malen ertwas aus der fantasie. Es sind etwa 15 kinder anwesend und unterhalten uns mit ihren ideen. Um 17 uhr leert sich die werkstatt.

Dienstag 3. juni

In der wunderbaren werkstatt schneide ich mir ein paar kleine holztafeln zu und grundiere sie anschliessend, sie sind eigentlich für den mittwochnachmittag mit den kindern bestimmt. nachher nehme ich ein paar ganz kleine, schon grundierte holz- und linolplatten aus dem lager von alis und beginne etwas zu malen. Ich beginne mit dem rot an den wänden des treppenhauses und mische zuerst diese farbe. ein bub kommt dazu und hilft mit den richtigen farbton zu finden.  eine mutter mit  zwillingen und andere kommen ins atelier und am schluss des tages noch ein paar 5.klass mädchen, sie stellen tausend fragen und malen am schluss ein brettchen an.

Montag 2. Juni

um 15 uhr im gz angekommen. im gepäck eine kleine runde tafel für ein porträt von gisela die auch um 15 uhr dort sein sollte. auf der tafel vor meinem atelier haben etwas zu meiner zeichnung hinzugefügt. eine halbe stunde besprecheung mit alis wegen nächstem mittwoch an dem wir an die frische luft gehen um kinder zu treffen und mit ihnen malen zeichnen basteln werden. gisela kommt um halb vier.  wir sprechen miteinander über dies und das, wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen. ich möchte malen doch irgendwie passts nicht. sie erzählt von beruf und privatem um fünf geht sie wieder. ich gehe eine halbe stunde später. ich habe nicht gemalt, ich bin etwas enttäuscht, wie immer wenn ich mir vornehme zu malen und es nicht tue.