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Kerzenziehen, Adventskränze binden und Grittibänzen backen: Adventsstimmung in den Zürcher Gemeinschaftszentren

Anfang Dezember beginnt mit dem 1. Adventssonntag die für viele Menschen schönste Zeit des Jahres: die Weihnachtszeit. Kein Wunder: Die Adventszeit spricht alle Sinne des Menschen an, sei es durch den Duft von frischgebackenen Guetzli oder von neugeflochtenen Adventskränzen, sei es durch das seidige Flackern frischgezogener Kerzen oder das strahlende Funkeln in vielen Kinderaugen bei der Vorfreude auf das nächste zu öffnende Türchen am Adventskalender. Nirgends lässt sich dabei die Adventsstimmung so intensiv erleben wie in den 17 Zürcher Gemeinschaftszentren, die auch dieses Jahr eine ganze Reihe von Angeboten mit saisonalem Brauchtum in ihrem Programm haben.

Wie jedes Jahr herrscht in der Adventszeit Hochbetrieb in den 17 Zürcher Gemeinschaftszentren: Veranstaltungen für Gross und Klein reihen sich aneinander, vom Kerzenziehen übers Guetzli backen, vom Lebkuchen verzieren übers Grittibänzen backen bis hin zum Basteln von Weihnachtsschmuck und Weihnachtsgeschenken. Bei Punsch und leckerem Gebäck werden im Zelt weihnachtliche Märli erzählt, finden in verschiedenen Quartieren Weihnachtsmärkte statt und in manchem Gemeinschaftszentrum schaut der Samichlaus vorbei, um brave Kinder zu loben und unartigen das Versprechen abzunehmen, sich nächstes Jahr zu bessern.

Die Aktivitäten im Überblick

GZ Affoltern: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Grittibänzen backen. Weihnachtsmarkt (2.12.),

GZ Altstadthaus: Märlizelt mit Kerzenziehen, Adventskränze binden, Gschänkli-Werkstatt

GZ Bachwiesen: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Weihnachtswerken

GZ Buchegg: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Guetzli backen

GZ Grünau: Grittibänzen backen, Weihnachtswerken, Samichlaus-Feier (6.12.)

GZ Heuried: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Weihnachtswerken, Lebkuchen verzieren, Wiediker Weihnachtsmärt (25.11.), Samichlaus-Feier (6.12.)

GZ Hirzenbach: Weihnachtswerken, Guetzli backen

GZ Hottingen: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Grittibänzen backen, Samichlaus-Feier (6.12.), Weihnachtslieder-Konzert (16.12.)

GZ Leimbach: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Grittibänzen backen, Weihnachtsgeschenke aus Ton, Samichlaus-Feier (8.12.)

GZ Loogarten: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Kerzenständer basteln, Grittibänzen backen, Lebkuchen verzieren, Weihnachtswerken, Samichlaus-Feier (6.12.)

GZ Oerlikon: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Grittibänzen backen, Lebkuchen verzieren, Weihnachtswerken, Oerliker Weihnachtsmärt (30.11./1.12.), Samichlaus-Feier (6.12.)

GZ Riesbach: Kerzenziehen, Seefelder-Weihnachtsmarkt (30.11.)

GZ Schindlergut: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Grittibänzen backen, Lebkuchen verzieren, Weihnachtswerken, Samichlaus-Feier (6.12.)

GZ Seebach: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Grittibänzen und Guetzli backen, Weihnachtskarten drucken, Kerzenständer giessen, Weihnachtsmarkt am Katzenbach (1.12.), Samichlaus-Feier (6.12.)

GZ Wipkingen: Adventskränze und Gestecke binden, Kerzengiessen, Kerzenkarussell basteln, Grittibänzen und Guetzli backen, Weihnachtswerken, Russische Weihnachten: Handgeschnitzte Holzfiguren bemalen

GZ Witikon: Adventskränze binden, Kerzenziehen, Grittibänzen backen, Samichlaus-Feier (6.12.), Weihnachtsbäckerei für Kinder (19.12.)

GZ Wollishofen/Neubühl: Adventskränze binden, Kerzengiessen, Weihnachtswerken,  Samichlaus-Feier (6.12.)

Die Detailangaben zu den einzelnen Angeboten sind im Internet unter www.gz-zh.ch abrufbar. Auf der Startseite das gewünschte Gemeinschaftszentrum auswählen, die Veranstaltungen mit saisonalem Brauchtum sind unter der Rubrik «Angebote» zu finden.

Menschen zusammenführen

Mit ihrem Veranstaltungsprogramm nehmen die Zürcher Gemeinschaftszentren eine wichtige Aufgabe wahr: Sie führen Menschen im Quartier zusammen, fördern gemeinsame Aktivitäten, wecken gemeinsame Interessen und stärken so das Zusammengehörigkeitsgefühl – kurz: sie leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt Zürich. Und dies natürlich nicht nur in der Adventszeit, sondern während des gesamten Jahres: Rund 4'200 Veranstaltungen stehen jedes Jahr auf dem Programm.

Die Angebote der 17 von der Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren betriebenen und vom Sozialdepartement der Stadt Zürich auf der Basis einer Leistungsvereinbarung mitfinanzierten Gemeinschaftszentren sind dabei so verschieden wie die Quartiere, in denen sie liegen. Aber genau darin liegt die grosse Stärke der Gemeinschaftszentren: Sie sind nicht nur räumlich nah bei der Quartierbevölkerung, sondern können durch ihre Vertrautheit mit dem Quartier ihr Angebot auch auf die jeweiligen Bedürfnisse der dortigen Bevölkerung abstimmen. Durch die Einbindung in die vertraute Umgebung ist zudem die Hemmschwelle für einen Besuch sehr tief: Vergangenes Jahr verzeichneten die 17 Zürcher Gemeinschaftszentren rund 1,25 Millionen Besucherinnen und Besucher.

Kontakt für Medien:

Stefan Feldmann, Medienstelle Zürcher Gemeinschaftszentren, Tel. 043 466 96 24, Mail: stefan.feldmann@gz-zh.ch

Publiziert am: 21.11.2012

Selbstinszenierung von Jugendlichen: Spiel, Suche oder Stress?

Alle zwei Jahre führen die Zürcher Gemeinschaftszentren im GZ Heuried eine viel beachtete Tagung für Fachpersonen der Jugend- und Schulsozialarbeit durch. Die diesjährige Veranstaltung stiess wie bereits in den Vorjahren auf reges Interesse: 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Schweiz befassten sich während eines ganzen Tages mit dem äusserst facettenreichen Thema Selbstinszenierung Jugendlicher.

Der Mensch inszeniert sich tagtäglich, sei es aus sozialer und beruflicher Notwendigkeit oder schlicht aus spielerischer Darstellungsfreude. Für Jugendliche stellt die Selbstinszenierung dabei eine besonders wichtige Handlung dar, um im Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter zu experimentieren, (Geschlechter-)Rollen auszuprobieren und Grenzen zu testen. Diese Selbstinszenierung löst in der Gesellschaft seit jeher Irritationen aus, wie man auch in alten Texten aus dem antiken Athen oder aus dem Mittelalter nachlesen kann, in der schon damals über die rebellische Jugend geklagt und der Untergang der Gesellschaft befürchtet wurde.

Irritation als Schlüssel zum Verständnis

Rahel Bühler, Historikerin an der Universität Zürich, tauchte in ihrem Einstiegsreferat an der Tagung «Me, myself und Iphone» im GZ Heuried nicht ganz so tief in die Geschichte ab, sondern erläuterte, wie sich die Sichtbarkeit und die Wahrnehmung der Jugend im öffentlichen Raum in der Schweiz seit 1945 entwickelt hat. Sie zeigte dabei auf, dass die Gesellschaft zur Selbstinszenierung der Jugendlichen schon immer ein ambivalentes Verhältnis hatte: Zum einen wurde die Energie der Jugend bewundert und als Hoffnung für die Zukunft gesehen, zum anderen die Andersartigkeit als Gefahr für die eigene Wertehaltung wahrgenommen.

Nach dem 2. Weltkrieg kamen aber gemäss Rahel Bühler zwei Elemente hinzu, welche diese seit jeher zwischen den Generationen bestehende Spannung zusätzlich verstärkte: Zum einen nahm in den 1950er- und 1960er-Jahren dank der Babyboomer-Generation die Zahl Jugendlicher sicht- und wahrnehmbar zu, zum anderen entdeckte die Werbebranche in der boomenden Nachkriegswirtschaft die Jugendlichen als wichtige Konsumentengruppe und begann Produkte wie Jeans, Motorräder oder Schallplattengeräte gezielt für diese Gruppe mit einem eigenen Image zu versehen. Der Wunsch der Jugendlichen, sich sichtbar von der Elterngeneration zu unterscheiden wurde so durch die Werbewirtschaft, die Medien und die Kultur – namentlich die Filmwirtschaft – verstärkt, die Distanz zwischen den Generationen wuchs zusätzlich.

Diese Irritationen beinhaltete aber auch eine gesellschaftliche Chance, so Bühler, die letztlich auch genutzt wurde. Die Verunsicherung, das Gefühl, von der Lebenswelt der eigenen Kinder ausgegrenzt zu sein, löste nämlich bei den Entscheidungsträgern in Politik und Wissenschaft den Wunsch aus, die Jugend, ihre Kultur und Lebenswelt besser zu verstehen und wissenschaftlich zu erfassen. Ab den 1960er Jahren wurde deshalb die Forschung in diesem Bereich deutlich verstärkt, immer mehr Studien nahmen sich den Themen rund um die Jugend an, in Städten wurden die ersten Jugendbeauftragten geschaffen und die ersten Kredite für die ausserschulische Jugendarbeit gesprochen. Die Irritation und die Fremdheit haben so gleichzeitig den Weg zu einem grösseren Wissen und besseren Verständnis der Welt der Jugendlichen bereitet.

Das Internet als Raum für Inszenierungen

In einem anschliessenden Grundlagenreferat ging Sabina Misoch, Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim, sodann auf die Internet-Nutzung der Jugendlichen ein und zeigte auf, wie diese die Sozialen Netzwerke für die Selbstinszenierung nutzen. Sie räumte dabei auch mit einigen Vorurteilen auf, etwa dem, dass die Jugendlichen das Internet primär zu Unterhaltungszwecken nutzten. Wie verschiedene Untersuchungen zeigen, ist das Internet für die Jugendlichen in erster Linie ein Kommunikationsmittel, um sich mit ihren Freundinnen und Freunden zu vernetzen, sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten und das eigene Leben zu dokumentieren. Der soziale Aspekt steht für die Jugendlichen bei der Internetnutzung im Vordergrund und nimmt mit zunehmendem Alter immer stärker zu.

Das Internet hat für die Identitätsfindung Jugendlicher heute eine grosse Bedeutung, so Misoch weiter, weil sie in der virtuellen Welt Räume vorfinden, in denen sie sich selber oder gemeinsam mit Freunden inszenieren können und Erfahrungen mit Akzeptanz und Ablehnung durch Gleichaltrige machen können. Dies geschieht natürlich immer Hand in Hand mit entsprechenden Erfahrungen in der «realen Welt», doch bietet das Internet den Jugendlichen für ihre Selbstinszenierungen einen gewissen Schutz: Während in der Öffentlichkeit durch die moderne Leistungsgesellschaft ein gesellschaftskonformes Verhalten erwartet wird und Vorstösse dagegen unmittelbar Konsequenzen haben können, bietet ihnen das Internet die Möglichkeit, verschiedene Aspekte der eigenen Identität in einem partiell geschützten Rahmen auszutesten und diese schliesslich anzunehmen oder aber auch zu verwerfen.

Heuried-Tagung als vielbeachtete Fachtagung etabliert

Nach diesen beiden Einstiegsreferaten widmeten sich die 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in mehreren Foren verschiedenen Aspekten des Themas Selbstinszenierung Jugendlicher, wobei die Vermittlung von Theorie und wissenschaftlichen Erkenntnissen durch auf diesen Gebieten arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Vordergrund stand. Die Anwendung in der Praxis der Sozial- und Jugendarbeit stand dann am Nachmittag in unterschiedlichen Workshops im Zentrum der Tagung.

Die hohe Zahl der Teilnehmenden auch an der vierten Tagung im GZ Heuried zeigt, dass sich die Fachtagung als Weiterbildungsveranstaltung zu aktuellen Jugendthemen in Fachkreisen inzwischen fest etabliert hat. Die Zürcher Gemeinschaftszentren hatten die Veranstaltungsreihe 2007 mit einer Tagung zu Männlichkeitsbildern von jungen Männern mit Migrationshintergrund ins Leben gerufen. Die nächste Tagung findet voraussichtlich im Herbst 2014 statt.

Kontakt für Medien:

Stefano Mengarelli, Jugendarbeit GZ Heuried, Tel. 043 268 60 92, stefano.mengarelli@gz-zh.ch

Sandra Schmid, Quartierarbeit GZ Heuried, Tel. 043 268 60 87, sandra.schmid@gz-zh.ch

Christian Hablützel, Geschäftsführer Zürcher Gemeinschaftszentren, Tel. 043 300 60 01, christian.habluetzel@gz-zh.ch

Publiziert am: 14.11.2012

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Die Medienstelle bildet die Schnittstelle zwischen der Geschäftsleitung der Zürcher Gemeinschaftszentren und der Öffentlichkeit. Sie beantwortet Anfragen zum Auftrag und Betrieb der Zürcher Gemeinschaftszentren und informiert periodisch über aktuelle Themen und Angebote innerhalb der GZ. Für Detail-Informationen zum Programm der einzelnen Gemeinschaftszentren wenden Sie sich bitte direkt an die betreffenden Einrichtungen.

Stefan Feldmann, Medienbeauftragter
Telefon 043 466 96 24
stefan.feldmann@gz-zh.ch

Sabine Schenk, Geschäftsführerin
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